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Blumiger Duft beeinflusst Verhalten

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Sonne, Blumen, frisches Gras – im Frühling überschlagen sich die Düfte in der Luft und mit ihnen überschwängliche Frühlingsgefühle. Doch wie beeinflussen Düfte das menschliche Verhalten tatsächlich? Forscher fanden eine Antwort darauf.

„Achtung Gefahr“  –  Viele Tiere senden Artgenossen Botschaften über Gefahrensituationen oder zur Paarungsbereitschaft über Düfte, sogenannte Pheromone.  Inwieweit Menschen von Duftstoffen beeinflusst werden, ist unter Wissenschaftlern ein umstrittenes Thema. Riech- und Verhaltensforscher der Universitäten Bern, Köln und Bochum haben nun neue Erkenntnisse über die menschliche Duftkommunikation im  Fachmagazin Frontiers in Behavioral Neuroscience geliefert. Bereits in früheren Experimenten konnten sie zeigen, dass der Mensch über einen Pheromonrezeptor verfügt. Das heißt, er nimmt Düfte nicht nur mit der Nase wahr, sondern es reagieren auch bestimmte Regionen im Gehirn auf die Gerüche. Besonders aktiv sind Areale, die an der Hormonsteuerung beteiligt sind. In ihren neusten Untersuchungen haben die Wissenschaftler gezeigt, dass der blumige Duftstoff Hedion den Pheromonrezeptor aktiviert und damit möglicherweise unser Verhalten direkt beeinflusst.

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich Probanden gegenüber anderen Personen verhalten und miteinander kooperieren, wenn der Duftstoff Hedion in der Luft liegt. Als Vergleich wiederholten sie die Situation einmal ohne einen Duftstoff und mit einem floralen Kontrollduft im Raum. Die Konzentration der Düfte war dabei schwach genug, dass die Teilnehmer sie nicht bewusst wahrnahmen. Tatsächlich zeigten die Teilnehmer unter dem Einfluss von Hedion ein ausgeprägteres wechselseitiges Verhalten nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“. „Unsere Probandinnen und Probanden reagierten etwas freundlicher auf Freundlichkeit und etwas unfreundlicher auf unfaires Verhalten“, erklärt Sebastian Berger von der Universität Bern. „Die Ergebnisse könnten ein Hinweis darauf sein, dass es auch bei Menschen eine Pheromonwirkung geben könnte, die sich vom klassischen Riechen unterscheidet.“ In einem nächsten Schritt wollen die Forscher ihre Ergebnisse in anderen Verhaltenskontexten bestätigen und die molekularen Mechanismen identifizieren.